Die Steppenschildkröte (Testudo horsfieldii)
Haltung
Ab ca. einem Alter von zwei Jahren sollte man einer Steppenschildkröte deutlich mehr Platz zur Verfügung stellen.
Hier gibt es verschiedene Mindestanforderungen, z.B. ein Gutachten der DGHT (Deutsche Gesellschafft für Herpeteologie und Terrarienkunde e.V.), welches besagt:
Die Behälterlänge für zwei Landschildkröten berechnet sich aus der 8-fachen Panzerlänge des größten Tieres und 50 % von der Breite. Leider gibt es keinen Hinweis, dass es sich bei diesen Mindestmaßen nicht um 2 Männchen handeln sollte. Für jedes weitere Tier gibt man 10 %, ab der fünften 20 % der Grundfläche hinzu.
Diese Behälter können aus verschieden Materialien, wie z.B. Glas, Holz, Kunststoff, usw sein. Bei ausgewachsenen Tieren, vorallem einer größeren Weibchengruppe bietet sich eine Haltung in gemauerten Terrarien an.
Grundsätzlich kann man zwischen zwei Haltungsarten wählen:
1. ganzjährige Freilandhaltung mit beheizbarem Gewächshaus (Wintermonate ausgenommen)
2. kombinierte Zimmer und Freilandhaltung
Das wichtigste bei diesen beiden Arten ist, dass den Tieren stets zuträgliche Temperaturen geboten werden.
Nach Beenden der Winterruhe im März, sollte die Temperatur allmählig auf etwa
25°C ansteigen. Lokal wird mit Strahlern der Boden auf 40-45°C erwärmt. In der Nacht darf die Temperatur auf ca. 15°C absinken.
Wird der 2. Haltungstyp gewählt, hat es sich als sinnvoll erwiesen, zusätzlich noch einen UV-Strahler im Zimmerterrarium anzubringen. Erst ab etwa Ende Mai, wenn nicht mehr mit Frost zu rechnen ist, sollten die Tiere ins Freiland gebracht werden. Dort benötigen sie mindestens einen mit Heu, Laub und lockerer Walderde gefüllten Unterschlupf aus Holz oder ein kleines Frühbeet. Dieses hat den Vorteil, dass es sich Morgens schneller erwärmt und die Tiere besser ihre Vorzugstemeraturen erreichen können. Bei länger anhaltenter nass-kalter Witterung sollten die Tiere zurück ins Zimmerterrarium gebracht werden. In so einem Sommerquartier kann man den Schildkröten erheblich mehr Platz bieten. Ein Freigehege legt man am besten Richtung Süden an. Man sollte darauf achten, dass das vorgesehene Gelände nicht von Bäumen, Büschen oder Gebäuden beschattet wird. Es sollte möglichst ganztägig von der Sonne beschienen werden. Bei der Gehegeabgrenzung muss man auf eine solide Einfriedung, wie z.B. aus Palisaden achten. Wichtig ist, daß sie etwa 20 cm im Erdreich eingelassen wird, da die Tiere gern graben. Im Gehege sollte auf alle Fälle auf einen Sonnenplatz, z.B. aus Gewegplatten, der nach einem Regenschauer schnell abtrocknet, geachtet
werden. Außerdem muß man auch an Schattenplätze denken (kleine Büsche, Sträucher oder Horstbildende Gräser). Natürlich sollte auch eine Futterwiese zur Verfügung stehen.
In so einem Sommergehege können die Tiere bis etwa Anfang oder Mitte September bleiben. Danach werden sie zurück ins Zimmerterrarium überführt und durch allmähliges Absenken der Temperatur und Beleuchtung auf die Winterruhe vorbereitet.
Entscheidet man sich für den Haltungstyp 1, gilt in etwa das gleiche wie für das oben genannte Sommergehege. Allerdings muss hier besonderer Wert auf ein beheizbares Gewächshaus gelegt werden. In diesem werden sich die Schildkröten den überwiegenden Teil ihres Lebens aufhalten. In den Übergangsjahreszeiten müssen Leistungsfähige Strahler vorhanden sein. Auch das gesamte Außengehege sollte hier etwas großzügiger ausfallen. Etwa 20 qm für 6 - 8 Tiere sollte man
nicht unterschreiten. Diese Haltungsmethode hat viele Vorteile. Die Schildkröten müssen sich nicht immer wieder an eine andere Umgebung gewöhnen. Sie erhalten ständig UV-Licht bei einer natürlich großen Lichtfülle. Und sie können sich selbstständig, durch die im Herbst kürzer werdenden Tage auf die Winterruhe vorbereiten. Von November bis Mitte März werden die Tiere bei Temperaturen von 3 - 8 Grad Celsius überwintert.
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