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Clemmys guttata

Die Tropfenschildkröte

Einleitung

 

Meine ersten Tropfenschildkröten ( Clemmys guttata ) erhielt ich im August 2009.

Es handelte sich um ein bildschönes Päarchen.

Beide Tiere waren zu diesem Zeitpunkt bereits voll adult und zeigten keinen Zuwachs.

Das Männchen hatte ein Gewicht von 145g und das Weibchen wog 155g.

Beide Tiere wurden anfangs jeweils einzeln in einem Becken gepflegt.

Diese Aqua-Terrarien hatten die Maße von 100 x 50 x 40 cm ( L x B x H ).

Der Wasserstand betrug ca. 20 cm.

Ein mit Sand gefüllter Landteil vervollständigte die Einrichtung des Weibchens

und bietet die Möglichkeit zum Eier legen.

Dieser hatte ein Fläche von 20 x 50 cm.

Im Becken des Männchens diente ein zwischen Rück – und Frontscheibe

eingeklemmtes Korkstück als Sonnenplatz.

Weiterhin befanden sich einige Wurzeln und Steine zur besseren Strukturierung

In den Aqua – Terrarien.

Einige Wasserpflanzen wie Hornkraut (Ceratophyllum demersum) und Wasserpest (Elodea)

vervollständigten die Einrichtung und wurden gern als Versteck genutzt.

Als Wärmequelle und Beleuchtung des Landteils kam jeweils eine Metalldampflampe

von Lucky Reptile Bright Sun UV Desert, 70W zum Einsatz.

Dieser angebotene Sonnenplatz wurde von den Tiere sehr gern angenommen.

Vor allem im Frühjahr nach der Winterruhe konnte ich ausgedehnte Sonnenbäder beobachten.

 

Im April 2011 erhielt ich ein weiteres Weibchen.

Es handelte sich um ein Nachzuchttier aus dem Jahr 2007.

Zu diesem Zeitpunkt war es ca. 9 cm groß und wog knapp 130g.

Auch diese Schildkröte bekam ein eigenes Becken mit der Einrichtung und den gleichen Abmessungen wie schon eingangs beschrieben.

Im Frühjahr und auch im Herbst, zur Paarungszeit,

setzte ich unter Aufsicht abwechselnd das Männchen zum Weibchen.

Das Männchen zeigte anfangs allerdings kein wirkliches Interesse an seinem Weibchen.

Auch konnte ich im Jahr 2010, bzw. 2011 keine Eiablage seitens des Weibchen beobachten.

 

Tropfenschildkröte

                      Haltung im Gewächshaus

Im Sommer 2012 entschloss ich mich, alle Tropfenschildkröten in mein Gewächshaus umzuquartieren.

Das Gewächshaus ist massiv gebaut und kann auch problemlos beheizt werden.

Der Vorteil ist, dort bekommen die Tiere das Wetter und allgemein den gesamten Jahresrythmus deutlich besser mit als im Wohnhaus.

Die beiden Weibchen zogen nun in einen kleinen Hochteich gemeinsam ein.

Dieser besteht aus Teichfolie und hat die Maße von 230 x 200 cm.

Der Wasserstand reicht von 10cm bis zu einer Tiefe von 40cm.

Der angrenzende  Landteil hat die Maße von 50 x 230 cm.

Rechts und Links des Landteils ist jeweils eine mit Sand gefüllte Plastikbox zur Eiablage eingebracht.

Dieser Teich ist ebenfalls wieder mit Steinen und Wurzeln gut strukturiert und bietet Verstecke.

Die beiden Weibchen vertrugen sich sehr gut und ich konnte absolut keine Streitereien registrieren.

Allgemein lebten die Tiere nun erst richtig auf und sie zeigten ein sehr aufgewecktes und neugieriges Verhalten.

Das Männchen wurde auch hier wieder in einem identisch, wie anfangs beschrieben Becken, einzeln gehalten.

Ende März 2013, direkt nach der Winterruhe, setzte ich nun das Männchen für mehrere Tage zu den beiden Weibchen.

Erstmals konnte ich jetzt auch Paarungen beobachten. Alles im noch recht kalten Wasser des Gewächshausteiches.

Im Mai legten beide Weibchen dann erstmals befruchtete Eier ab.

In den kommenden Wochen folgten noch weitere Eiablagen.

Das adulte Weibchen setzte insgesammt 3 Gelege mit 2x 2 Eiern und 1x 1 Ei ab.

Das junge Weibchen von 2007 vergrub insgesamt 2 Gelege mit jeweils 4 Eiern.

 

Clemmys guttata Weibchen

                                       Inkubation

Die Eier werden sorgfältig ausgegraben, gereinigt und in einen Inkubator überführt.

Hierzu kommt ein Gerät der Firma Jäger zum Einsatz.

Die Eier selbst werden in kleine Heimchendosen mit gut feuchtem Vermiculite gebettet.

Die Eier vergrabe ich etwa bis zur Hälfte im Substrat.

Da die  Eier von Clemmys guttata etwas fester, als die Eier von bspw. von chrysemys picta .

oder auch graptemys ssp. sind, reagieren diese nicht ganz so empfindlich auf zu viel oder auch auf zu wenig Feuchtigkeit.

Die Temperatur im Inkubator ist auf 28 - 29 Grad eingestellt.

Bisher habe ich immer ohne Nachtabsenkung inkubiert.

Nach etwa 52 Tagen schlüpfen dann die kleinen Tropfenschildkröten.

Neuerdings lege ich auch einige Eier in einen 2., bzw. 3. Inkubator.

Dort ist die Temperatur auf lediglich 26 Grad, um männliche Schlüpflinge zu erbrüten, eingestellt.

Solche Eier benötigen dann etwa 10 Tage länger bis zum Schlupf.

                            Aufzucht der Jungtiere

Die kleinen Clemmys guttata schlüpfen meist ohne einen großen Dottersack.

Der Schlupf selbst dauert etwa 2 – 3 Tage.

Sobald die Babys im Inkubator herum krabbeln, werden sie in ein kleines Aufzuchtbecken gesetzt.

Hier habe ich einen Behälter mit den Maßen 65 x 65 x 30 cm ( L x B x H ).

Der Wasserstand beträgt etwa 12 cm. Einige Wurzeln und Steine vervollständigen die Einrichtung.

Wasserpflanzen ( z.B. Hornkraut ) dient zum verstecken und zum daran festhalten. 

Eine aus dem Wasser ragende Wurzel, wo sich die kleinen Schildkröten vollständig abtrocknen können,  wird als Sonnenplatz genutzt.

Als Licht – und Wärmequell kommt ein  Mischlichtstrahler der Firma

Solar Raptor mit 100W Leistung  im Abstand von ca. 45cm zum Einsatz.

Diese Strahler geben  ein sehr schönes helles, Tageslicht - ähnliches Licht ab.

Zudem sorgt UV-B-Strahlung  für die lebenswichtige Vitamin-D3-Synthese der kleinen Schildkröten.

In den ersten Wochen werden die kleinen Tropfenschildkröten ausschließlich mit Lebendfutter gefüttert.

Hier wären Wasserflöhe, weiße Mückenlarven, Artemia, kleine Regenwürmer, Schnecken und Garnelen zu nennen.

Später wird dann gierig alles gefressen, was auch die adulten Tiere bekommen.

                                   Winterruhe

Ab September werden die Tropfenschildkröten deutlich ruhiger und verbringen

nun auch viel Zeit auf dem Landteil.

Mit sinkenden Temperaturen und den kürzer werdenden Tagen im Oktober

 geht auch der Appetit stark zurück.

Anfang November  bringe ich die Tiere in einen kalten Kellerraum.

Hier hat jede Schildkröte einen eigenen kleinen Behälter.

Diese Behälter sind ca. 40 x 25 x 20 cm ( L x B x H ) groß.

Der Wassertand ist etwa 2 – 3 cm über dem Rückenpanzer des jeweiligen Tieres aufgefüllt.

Außerdem gebe ich noch eine Hand voll Buchenlaub ins Wasser damit sich die Schildkröten etwas

Sicherer fühlen. Zudem wirkt das Laub noch leicht pilzhemmend.

Die Behälter sind abgedeckt und stehen bei Temperaturen zwischen 4 – 8 Grad.

Die Dauer der Winterruhe beträgt etwa 4 Monate.

                                   Fütterung

Tropfenschildkröten sind beim Futter nicht sehr wählerisch.

Gefressen wird, bei  Trockenfutter wie Gammarus, Süßwassergarnelen, kleine Fische und

Pellets ( Reptomin )angefangen, über Frostfutter wie Muschelfleisch, Garnelen, Shrimps, Stinte, Gammarus, Mückenlarven, Artemia, Wasserflöhe und auch Mäusebabys.

Lebendfutter bekommen die natürlich Tiere auch regelmäßig.

Hier wären Grillen, Heuschrecken, Kellerasseln, Schnecken, Regenwürmer und Zophobas –

Larven zu nennen.

Im Sommer werden auch sehr gern sämtliche Beerenarten, wie Himbeeren, Johannesbeeren, Erdbeeren usw. gefressen. 

                Saisonale Haltung im Freiland

Durch das recht nördliche Verbreitungsgebiet von clemmys guttata begann ich im

Frühjahr 2014 das Männchen über die warme Jahreszeit in meinem Freilandteich zu halten.

Der Teich ist ca. 6 x 4m groß. Die tiefste Stelle misst etwa 1,20m.

Der Teich ist rundherum flach auslaufend und zudem stark zu gewachsen.

Diese beiden Gegebenheiten sind meiner Meinung nach eine wichtige Vorrausetzung zur Haltung

Von Clemmys guttata im Freiland. Zum einen sind die Tiere nicht die besten Schwimmer. 

Deshalb muss ihnen die Gelegenheit geboten werden, das Ufer leicht laufend zu erreichen.

Zum anderen verstecken sich die Schildkröten gern in einer dichten Vegetion aus Pflanzen.

Im Teich lebt ganzjährig noch eine Population von europäischen Sumpfschildkröten

( Emys orbicularis orbicularis ). Diese beiden Arten beachten sich aber kaum.

Im Freiland legt das Männchen  eine sehr natürliche und heimliche Verhaltensweise an den Tag.

Anfang September  wird das Männchen dann wieder aus dem Teich gefischt und zurück ins Gewächshaus, um sich von dort aus auf die Winterruhe vorzubereiten, gesetzt.

Nachdem das Männchen in diesem Frühjahr wieder in sein Sommerdomizil gezogen war, habe ich

noch 2 eigene Nachzuchttiere und ein weiteres adultes Weibchen der Tropfenschildkröte mit in den Teich gesetzt.

Den Sommer über verbrachten die Tiere friedlich miteinander.

Paarungen waren hauptsächlich erst im Spätsommer, mit den ersten kühlen Nächten,

zu beobachten.

 

 

Die beiden verbliebenen Weibchen im Gewächshaus habe ich mittlerweile wieder getrennt.

Es waren zwar keine Beißerreien, bzw. wilde Verfolgungsjagden zu beobachten.

aber ich hatte den Eindruck, daß sich die Tiere gegenseitig auf die „Nerven“ gehen.

Außerdem setzte das jüngere Weibchen von 2007 weniger befruchtete Eier ab.

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